Sex, Djihad und Despotie – Zur Kritik des Phallozentrismus
Dienstag, den 06. Juli 2010 um 22:40 UhrVortrag und Buchvorstellung mit dem Autor Thomas Maul
Montag, 12.07.2010, 20.00 Uhr
Hochschule für Graphik und Buchkunst (Wächterstraße 11), Raum 2.41
Seit dem 11. September 2001 wird in der westlichen Öffentlichkeit die Frage diskutiert, was der Islam mit dem weltweit agierenden Suizid- und Tugendterror zu tun hat, der in seinem Namen zuvorderst gegen Juden, Frauen und Homosexuelle sich richtet. In Thomas Mauls kritischer Analyse des theologisch über Koran und Hadithen und alltagspraktisch über die Scharia umgesetzten Geschlechterverhältnisses und der ihm entsprechenden Sexualpolitik im Spannungsfeld von Religion (Eschatologie, Ritualpraxis) und Gesellschaft (Patriarchalismus, orientalische Despotie, Djihad-Doktrin) erweist sich die Gemeinschaft der Gläubigen (Umma) als wesenhaft durch einen Phallozentrismus konstituiert, der in der Moderne notwendig in die Krise gerät. Die gegenwärtige barbarische Gewalt des Kollektivs - nach innen wie nach außen - ist damit nichts anderes als eine anachronistisch-pathologische Verteidigung der im Verfall begriffenen Tradition und gilt in letzter Instanz immer dem (sexuell) selbstbestimmten Individuum.
Gern würden wir Sie einladen, mit dem Autor den Zusammenhang zwischen theologischem Fundament und zeitgenössischer gesellschaftlicher Praxis des Islams zu diskutieren. Sei es der täglich wahrnehmbare, mörderische Kampf zur Durchsetzung des Islams als allgemeine Herrschaftsideologie, die Verfolgung seiner KritikerInnen und sogenannter ApostatInnen oder der immer am zugerichteten Körper der Frau symbolisch manifestierte Anspruch auf gewaltförmige und totale Kontrolle noch des letzten Stückes negierter Privatsphäre - die so bitter notwendige Kritik des Islams als gewaltförmige gesellschaftliche Herrschaftspraxis, zeigt sich auf erschlagend vielfältige Weise. So evident notwendig die Kritik, ist sie aber alles andere als selbstverständlich. Und so kommt auch die Vorstellung eines Buches, das sich diesen Fragen mit einer akribischen Aufhäufung von Quellen widmet, nicht umhin sich vorgelagert mit den Verhinderern einer derartigen Auseinandersetzung zu beschäftigen.
In treuer, im besten Falle noch ungewusster Bündnispartnerschaft mit dem iranischen Ayatollah Khomeini wird jeder Versuch sich dem Islam als gesellschaftliches Phänomen kritisch zu nähern, mit dem, von diesem geprägten Kampfbegriff ‚Islamophobie’ aus der Diskussion verbannt. Deshalb wird neben den Kernthesen des Buches u.a. mit dem Beispiel westlicher Rezeptionen der Praxis der Genitalverstümmelung dargestellt, warum man es satt hat, sich gegen die immer gleichen und begriffslosen Vorwürfe des Rassismus und der ‚Islamophobie’ verteidigen zu müssen, die von Apologeten der Schicksalshaftigkeit des eigenen Kollektivs und des kulturalistisch aufgehübschten Patriarchats, von Verteidigern des Islams als anderer und deswegen nicht-kritisierbarer Kultur vorgebracht werden. ‚Verteidigern’ die längst ihre Rolle im weltweiten Djihads gegen das Versprechen eines individuellen Glücks nach eigenem Maßstab eingenommen haben.
Veranstaltet vom Bündnis gegen Antisemitismus mit Unterstützung des Stura der HGB Leipzig
www.ca-ira.net/verlag/neuerscheinungen.html
| Weiter > |
|---|






